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Verständnis einer neuen 3D-Ultraschallmethode zur Messung von Plaques in Ihren Arterien

Cardiovascular disease remains a leading global health threat, and detecting artery-clogging plaque early is key to prevention.

17 min
Original medical illustration for: Understanding a New 3D Ultrasound Method for Measuring Plaque in Your Arteries

Inhaltsverzeichnis

Wichtige Punkte

  • Eine neuere 3D-Ultraschallsonde maß das Plaque-Volumen bei 20 Patienten nahezu identisch zur älteren, validierten Sonde.
  • Bei Schweinearterien stimmte der neue Ultraschall eng mit der Mikroskopanalyse überein und erkannte Plaques ab einer Größe von 0,63 Mikroliter.
  • Die neue Analysesoftware reduzierte die Lesezeit für Bilder um etwa 46 %, was den klinischen Arbeitsablauf potenziell verbessern könnte.
  • Ultraschall verwendet keine ionisierende Strahlung, was ihn für wiederholte Verlaufsbeobachtungen von Plaque im Zeitverlauf geeignet macht.
  • Die Studie war klein, verwendete Forschungssoftware und konnte nicht nachweisen, dass die Messungen zukünftige Herzereignisse vorhersagen.

Hintergrund: Warum die Plaque-Messung wichtig ist

Atherosklerose ist eine Erkrankung, bei der sich Fettdepots, Cholesterin und andere Substanzen in den Arterienwänden ansammeln und bilden das, was Ärzte als „Plaque“ bezeichnen. Im Laufe der Zeit kann diese Plaque wachsen, die Arterien verengen und schließlich reißen – was zu Herzinfarkten, Schlaganfällen oder einer schlechten Durchblutung in den Beinen führen kann. Wichtig ist, dass die Plaquebildung stillschweigend beginnt, Jahre oder sogar Jahrzehnte, bevor Symptome auftreten.

Traditionell haben Ärzte das kardiovaskuläre Risiko mit Werkzeugen wie Blutdruck, Cholesterinwerten und Risikoscore-Rechnern bewertet. Bildgebende Biomarker – Bilder der tatsächlichen Erkrankung – können die Risikovorhersage im Vergleich zu diesen herkömmlichen klinischen Risikoskalen jedoch erheblich verbessern. Der bekannteste bildgebende Biomarker ist der Koronararterien-Kalzium-Score (CACS), der mittels Computertomographie (CT) gemessen wird. CT setzt Patienten jedoch ionisierende Strahlung aus und erkennt nur Plaque, die bereits verkalkt (mit Kalzium gehärtet) ist.

Ultraschall hingegen ist vollständig strahlungsfrei. Er kann auch Plaque in sehr frühen Stadien erkennen, bevor eine Verkalkung auftritt. Die Leitlinien der European Society of Cardiology empfehlen jetzt die Ultraschallbewertung des Karotis- und/oder Femoral-Atherosklerose-Burden zur kardiovaskulären Risikobewertung – was die Fähigkeit einer Technik namens 3-dimensionaler Gefäßultraschall (3DVUS) widerspiegelt, das kardiovaskuläre Risiko vorherzusagen. Tatsächlich wurde gezeigt, dass 3DVUS die prognostische Leistung des Koronararterien-Kalzium-Scorings fast erreicht.

Die Messung des Plaque-Volumens (der Gesamtmenge an Plaque) statt nur der Dicke der Arterienwand gibt ein umfassenderes Bild der gesamten Krankheitslast einer Person. Deshalb ist eine genaue Quantifizierung so wichtig.

Warum diese neue Technologie benötigt wurde

Es gibt mehrere 3D-Ultraschallansätze, aber jeder hat seine Einschränkungen. Der ältere „mechanische-Sweep“-Schwinger (VL13-5 genannt) funktioniert, indem er das Ultraschallelement im Schwinger physisch bewegt, um über die Arterie zu streichen und ein 3D-Bild zu erzeugen. Er wurde validiert, um genaue Messungen des Karotis- und Femoral-Plaque-Burden zu liefern. Dieser Ansatz hat jedoch funktionale Nachteile: Der Schwinger hat einen großen Fußabdruck, was bedeutet, dass er schwer auf gewinkelten oder gekrümmten Körperoberflächen oder in kleinen Sichtfeldern platziert werden kann. Zum Beispiel kann die Untersuchung von Arterien mit engen Kurven oder bei Patienten mit kurzen, dicken Hälsen herausfordernd sein.

Ein neuerer Schwinger, der XL14-3, verwendet „Matrix“-Technologie und führt einen „elektronischen Sweep“ durch. Anstatt physische Teile zu bewegen, lenkt der Schwinger den Ultraschallstrahl elektronisch von einer festen Position aus. Dies bietet verbesserte Bildqualität und einen kleineren Fußabdruck, was die Handhabung während einer Untersuchung erleichtert. Ein früherer Bericht bestätigte eine hervorragende Wiederholbarkeit (interscan reproducibility) für die Karotis-Atherosklerose-Bewertung mit diesem neuen Schwinger. Bevor diese Studie jedoch wurde die Genauigkeit des 3D-Matrix-Schwingers zur eigentlichen Quantifizierung des Plaque-Volumens – insbesondere für frühe, kleine Plaques (definiert als kleiner als 69 µL) – nicht getestet. Dies ist eine kritische Lücke, da das Erkennen kleiner Plaques ein Grundpfeiler der Primärprävention (Verhinderung des ersten Herzinfarkts oder Schlaganfalls) ist, und ältere 3D-Methoden neigten dazu, sie aufgrund technischer Einschränkungen zu unterschätzen.

Studienmethoden, Teil 1: Die Labor-(Ex-vivo)-Validierung

Um die Genauigkeit des neuen XL14-3-Schwingers zu etablieren, führten die Forscher zunächst ein Experiment mit Tiergewebe durch. Sie verwendeten Karotis- und Femoralarterienproben von 13 Schweinen, die genetisch so verändert wurden, dass sie ein menschliches mutiertes Gen (PCSK9D374Y) überexprimieren und eine cholesterinreiche Diät erhielten. Dieses Schweinemodell ist wertvoll, weil die Tiere atherosklerotische Läsionen entwickeln, die den menschlichen Plaques in Größe und Zusammensetzung stark ähneln.

Drei Arterien wurden während der Entnahme schwer beschädigt, sodass 49 verwertbare Arterienproben (23 Karotis- und 26 Femoralarterien) übrig blieben. Diese wurden in Agarose-Gel eingebettet, um realistische „Phantome“ (Kalibrierungsmodelle) für Ultraschalltests zu erstellen. Die Schweine-Karotis- und Femoralarterien sind in der Größe menschlichen Arterien ähnlich, obwohl sie bei lebenden Schweinen zu tief liegen, um leicht gescannt zu werden – daher war der ex-vivo-Ansatz der richtige Weg, um eine präzise Validierung zu erreichen.

Bildanalyse mit spezialisierter Software: Die Forscher verwendeten ein Philips Epiq-Ultraschallsystem mit dem XL14-3-Schwinger. Für jedes Phantom führten sie einen elektronischen Sweep von 25° durch – ein Sichtfeld, das groß genug ist, um die gesamte Plaque in der Probe einzufangen. Die aufgenommenen 3D-Bilder wurden dann mit einer modifizierten Version eines zuvor validierten Softwareprogramms namens Volume Plaque Quantification (VPQ) analysiert. Diese Software zeigt das 3D-Volumen als aufeinanderfolgende Querschnitts„Scheiben“ der Arterie an. Auf jeder Scheibe zeichnet ein Leser die äußere Wand der Arterie (rote Linie), die innere Wand (gelbe Linie) und die Grenzen der Plaque selbst (grüne Linie) nach. Die Software berechnet dann das Plaque-Volumen als den 3D-Raum zwischen der äußeren Wand und den Plaque-Grenzen.

Der Goldstandard-Vergleich: Nach Abschluss der Ultraschallbildgebung wurden die Arterienproben in Formalin konserviert, in dünne Querschnittsscheiben geschnitten und unter einem Mikroskop analysiert. Die Forscher verwendeten eine Software namens QuPath, um die Plaquefläche auf jedem histologischen Schliff zu messen. Die Plaquefläche wurde als Differenz zwischen der inneren Mediengrenze und dem Plaque-Rand definiert. Das Plaque-Volumen aus der Histologie wurde dann berechnet, indem jede Plaquefläche mit dem Abstand zwischen den Scheiben multipliziert wurde – eine sorgfältige „planimetrische“ Technik. Diese histologischen Messungen dienten als wahrer „Goldstandard“, gegen den die 3D-Ultraschallvolumina verglichen wurden.

Studienmethoden, Teil 2: Der menschliche (in-vivo)-klinische Test

Als testeten die Forscher die Machbarkeit und Genauigkeit des neuen Schwingers bei echten Patienten. Sie schlossen 20 Teilnehmer der CNIC AtheroBrain: H2H (Head to Heart)-Studie ein – eine Gruppe von kardiovaskulär gesunden Personen mit einem Durchschnittsalter von 74,6 ± 4,45 Jahren, von denen 40 % Männer waren. Um Selektionsverzerrungen zu vermeiden, nahmen sie alle aufeinanderfolgenden Patienten auf, die ihren zweiten Studienbesuch besuchten, bis sie die geplante Stichprobengröße von 20 erreichten.

Jeder Teilnehmer wurde sowohl im Karotis- als auch im Femoralgebiet mit zwei Schwingern gescannt:

  1. Zuerst der neue XL14-3 elektronische-Sweep 3D-Matrix-Schwinger: Der Schwinger wurde in einer longitudinalen Ansicht der Karotisarterie zentriert am Karotisbulbus und in einer longitudinalen Ansicht der Femoralarterie zentriert an der Bifurkation ausgerichtet. Die gescannte Volumenhöhe betrug in jedem Gebiet 4 cm.
  2. Dann der etablierte VL13-5 mechanische-Sweep-Schwinger: Unter Verwendung der zuvor validierten Methodik wurde der Winkel-Sweep auf 30° eingestellt, um ein pyramidenförmiges 3D-Volumen zu erzeugen. Die nutzbare longitudinale Abdeckung variierte zwischen 3 und 5 cm, abhängig von der Arterientiefe und wie stark (kurvig) die Arterie war.

Die Bilder der neuen XL14-3-Sonde wurden auf zwei Arten analysiert:

  • Methode 1: Mit der etablierten VPQ-Software (angepasst für die Arbeit mit XL14-3-Daten).
  • Methode 2: Mit einer völlig neuen, noch nicht veröffentlichten Forschungssoftware namens "Carotid Model CM2020" (Version 123, Philips Research), die einen vollständigen 3D-Ansatz zur Plaque-Quantifizierung verwendet.

Diese wurden mit Methode 3 verglichen: der zuvor validierten Kombination aus VL13-5-Sonde und VPQ-Software.

Plaques wurden gemäß den international anerkannten Mannheimer Kriterien als lokale Vorwölbungen in das Arterienlumen definiert, die größer als 0,5 mm sind, mehr als 50 % der umgebenden Intima-Media-Dicke betragen oder eine Intima-Media-Dicke von mehr als 1,5 mm aufweisen. Die Plaque-Belastung wurde durch Messung des Gesamtvolumens aller in jedem Gebiet sichtbaren Plaques quantifiziert.

Definitionen zur Machbarkeit: Die Forscher definierten "schwierige Arterien" als solche mit Merkmalen, die die Plaque-Erfassung einschränken könnten – wie tiefe oder stark geschlängelte (gewundene) Blutgefäße, die verhindern, dass alle arteriellen Segmente in ein einzelnes 3D-Volumen passen. Patienten mit "schwieriger Anatomie" waren solche mit kurzen, engen oder abgewinkelten Hals- oder Leistenbereichen, die die Scan-Manöver erschwerten. Zudem wurden drei spezifische Plaque-Merkmale identifiziert, die die Analyse einschränken könnten:

  • "Plaque mit niedriger Echogenität": Plaque, der im Ultraschallbild dem Blut ähnelt und es schwieriger macht, die Begrenzung zu erkennen.
  • "Verkalkung": harte, calciumhaltige Plaque, die den Ultraschallstrahl blockiert und einen akustischen Schatten erzeugt.
  • "Komplexe Morphologie": Plaque mit einer stark unregelmäßigen Oberfläche oder möglichen Oberflächendefekten (Ulzerationen).

Für die Analyse mit der CM2020-Software führte ein erfahrener Sonograph (ein Spezialist für kardiovaskuläre Bildgebung) alle Auswertungen durch. Wiederholte Analysen zur Überprüfung der Reproduzierbarkeit lagen mindestens 1 Monat auseinander. Die intraobserverale und interobserverale Reproduzierbarkeit wurde an 20 zufällig ausgewählten Plaque-Studien bewertet.

Wichtige Ergebnisse: Laborpräzision im Vergleich zum Goldstandard

Die ex-vivo-Ultraschallanalyse der Schweinearterienproben erkannte 19 atherosklerotische Plaques, die alle durch die Histologie bestätigt wurden. Das mittlere Plaque-Volumen, das durch die Histologie gemessen wurde, betrug 14,11 ± 16,23 µL (Bereich: 0,76 µL bis 56,30 µL), während das mittlere Volumen, das mit dem neuen 3D-Ultraschall gemessen wurde, 15,01 ± 17,98 µL (Bereich: 0,63 µL bis 63,04 µL) betrug. Diese Zahlen sehen ähnlich aus – und die statistische Analyse bestätigte, dass sie es tatsächlich sind.

Der Intraclass-Korrelationskoeffizient (ICC) lag bei 0,992 (95%-KI: 0,978–0,997) und der Konkordanz-Korrelationskoeffizient (CCC) bei 0,991 (95%-KI: 0,986–0,995), beide mit P < 0,001. In einfachen Worten zeigen diese Werte eine ausgezeichnete, nahezu perfekte Übereinstimmung zwischen der neuen Ultraschallmethode und den goldstandard-Histologiemessungen.

Die mediale absolute Differenz zwischen Ultraschall und Histologie betrug lediglich 0,36 µL (Interquartilsbereich: 0,23 µL bis 1,09 µL), mit einer maximalen Differenz von 6,74 µL. Um dies einzuordnen: 1 µL entspricht ungefähr dem Volumen eines winzigen Sandkorns – der Messfehler ist also außergewöhnlich gering.

Die Passing-Bablok-(PB)-Regressionsanalyse – eine robuste statistische Methode zum Vergleich zweier Messverfahren – erkannte eine geringe systematische Verzerrung, wobei der 3D-Ultraschall das Plaque-Volumen im Vergleich zur Histologie leicht überschätzte. Diese Tendenz war bei größeren Plaques deutlicher sichtbar. Die Regressionsgleichung hatte einen Achsenabschnitt von -0,53 (95%-KI: -0,81 bis -0,19) und eine Steigung von 1,08 (95%-KI: 1,04 bis 1,12), wobei der Test auf Linearität P = 0,66 ergab (was bedeutet, dass die Beziehung linear und konsistent war). Diese Überschätzung war zwar vorhanden, aber so gering, dass sie die diagnostische Genauigkeit nicht erheblich beeinträchtigte.

Wichtige Ergebnisse: Klinische Machbarkeit und Übereinstimmung bei Patienten

Die klinische Studie war in Bezug auf die Machbarkeit ein voller Erfolg. Alle 80 arteriellen Gebiete der 20 Patienten (100 % der 3DVUS-Akquisitionen) wurden erfolgreich ausgewertet, wobei die Bildqualität in der überwiegenden Mehrheit der Studien gut war. Wichtig ist, dass keine Bilder aufgrund technisch unzureichender Bildqualität ausgeschlossen werden mussten – ein starkes Indiz für die Robustheit der neuen Technologie.

Beide Schallköpfe (der neue XL14-3 und der etablierte VL13-5) erkannten Atherosklerose in den gleichen 64 von 80 untersuchten Gebieten (80 %): 36 Karotiden und 28 Femoralarterien. Die Plaque-Belastung pro Gebiet variierte zwischen 10 µL und 859 µL und umfasste sowohl kleine als auch große Plaques.

Übereinstimmung zwischen den beiden Sonden: Das mittlere Plaque-Volumen, das mit der neuen XL14-3-Matrixsonde gemessen wurde, betrug 158,8 ± 176,9 µL (Bereich: 10 µL bis 859 µL), während die VL13-5-Mechaniksonde 160,8 ± 175,8 µL (Bereich: 9 µL bis 839 µL) maß. Die statistische Übereinstimmung zwischen den beiden Sonden war hervorragend: ICC von 0,997 (95%-KI: 0,995–0,998), mit identischen Werten für sowohl absolute Übereinstimmung als auch Konsistenz. Die Passing-Bablok-Regression zeigte einen Achsenabschnitt von -2,00 (95%-KI: -2,98 bis 0,14) und eine Steigung von 1,00 (95%-KI: 0,98 bis 1,02) – im Wesentlichen eine perfekte 1:1-Beziehung. Die Bland-Altman-Analyse bestätigte dies mit einer nicht signifikanten Verzerrung (P = 0,522), was bedeutet, dass keine der Sonden systematisch höhere oder niedrigere Werte lieferte.

Übereinstimmung zwischen den beiden Analyse-Softwareprogrammen: Die gleichen 64 atherosklerotischen Gebiete wurden auch mit der neuen CM2020-Software (Methode 2) erkannt. Das mittlere Plaque-Volumen mit CM2020 betrug 158,7 ± 176,9 µL (Bereich: 10,2 µL bis 861,5 µL). Die Übereinstimmung zwischen der VPQ-Software und der neuen CM2020-Software war außergewöhnlich: ICC von 0,999 (95%-KI: 0,998–0,999). Die Passing-Bablok-Regression zeigte einen Achsenabschnitt von 0,37 (95%-KI: -1,99 bis 2,20) und eine Steigung von 1,00 (95%-KI: 0,98 bis 1,02), wobei die Bland-Altman-Verzerrung nicht signifikant war (P = 0,263). Kurz gesagt lieferten die beiden Softwareprogramme im Wesentlichen austauschbare Ergebnisse.

Reproduzierbarkeit: Die intraobserverale und interobserverale Reproduzierbarkeit (wie konsistent die Ergebnisse sind, wenn dieselben oder verschiedene Auswerter dieselben Bilder analysieren) für die CM2020-Software wurde an 20 zufällig ausgewählten Plaque-Studien mittels ICC-Analyse bewertet. Die Reproduzierbarkeit war stark, was die Zuverlässigkeit der neuen Software in der klinischen Praxis untermauert.

Wichtige Ergebnisse: Geschwindigkeits- und Effizienzgewinne

Über die Genauigkeit hinaus sind Kliniker auch an der Effizienz interessiert. Die Studie maß die Zeit, die für eine vollständige Gefäßanalyse mit der etablierten VPQ-Software und der neuen CM2020-Software erforderlich war. Die Ergebnisse waren beeindruckend:

  • Die Analyse mit der neuen CM2020-Software dauerte im Mittel 394 ± 177 Millisekunden pro Gefäß.
  • Die Analyse mit der etablierten VPQ-Software dauerte im Mittel 735 ± 554 Millisekunden pro Gefäß.
  • Dieser Unterschied war statistisch signifikant (P < 0,001).
  • Die mittlere Zeitreduktion betrug 46 ± 21 % – fast die Hälfte der Analysezeit.

Dieser Geschwindigkeitsvorteil bedeutet, dass die neue Software in der klinischen Praxis einem beschäftigten Sonografen oder Kardiologen ermöglichen könnte, mehr Patienten in weniger Zeit zu beurteilen, was den Zugang zur Plaque-Quantifizierung potenziell verbessern kann.

Klinische Implikationen: Was das für Patienten bedeutet

Die Ergebnisse dieser Studie haben mehrere patientenrelevante Implikationen.

Erstens ist die neue Technologie mindestens genauso gut wie die alte. Die wichtigste Botschaft für Patienten ist, dass der neue XL14-3-Schallkopf und die CM2020-Software Messwerte liefern, die im Wesentlichen identisch mit denen der zuvor validierten, älteren Technologie sind. Die ICC-Werte von 0,997 und 0,999 repräsentieren eine nahezu perfekte Übereinstimmung – weit über dem Schwellenwert, der in der medizinischen Forschung allgemein als „ausgezeichnet“ gilt (in der Regel ICC > 0,90).

Zweitens erkennt sie sowohl kleine als auch große Plaques zuverlässig. Der klinische Bereich der gemessenen Plaquevolumina (10 µL bis 859 µL und im Labor bis hinunter zu 0,63 µL) zeigt, dass die neue Methode frühe Plaque-Stadien erfassen kann, die von älteren Methoden tendenziell übersehen wurden. Die frühzeitige Erkennung kleiner Plaques ist genau das, was benötigt wird, um Personen zu identifizieren, die gefährdet sind, bevor es zu einem ersten kardiovaskulären Ereignis kommt.

Drittens ist die Untersuchung praktischer. Die kleinere Bauform des neuen Schallkopfes macht ihn im klinischen Alltag einfacher anwendbar – bei Patienten mit gekrümmten Gefäßen, kurzen Hälsen oder schwierigem Körperbau. Dies kann fehlgeschlagene oder unvollständige Untersuchungen reduzieren.

Viertens kann er den Arbeitsablauf verbessern. Die Reduktion der Analysezeit um 46 % könnte zu kürzeren Terminen und möglicherweise zur weiteren Verbreitung der Plaque-Burden-Messung als routinemäßiger Bestandteil der kardiovaskulären Risikobewertung führen.

Schließlich ist sie strahlungsfrei. Wie bei allen Ultraschallverfahren kommt diese Technik ohne ionisierende Strahlung aus, was sie vom CT-basierten Kalzium-Scoring unterscheidet. Für Patienten, die eine wiederholte Überwachung im Zeitverlauf benötigen (um zu sehen, ob Plaques aufgrund von Statintherapie oder Lebensstiländerungen wachsen oder zurückgehen), ist die Möglichkeit, einen sicheren, wiederholbaren Test einzusetzen, ein deutlicher Vorteil.

Studienlimitationen: Was diese Studie nicht beweisen konnte

Wie bei jeder Studie gibt es wichtige Einschränkungen zu berücksichtigen.

Kleine Stichprobengröße: Die klinische Studie umfasste nur 20 Patienten. Obwohl die statistischen Ergebnisse überwältigend stark und konsistent waren, wären größere Studien erforderlich, um diese Befunde in diverseren Populationen zu bestätigen – einschließlich Patienten mit unterschiedlichem Körperbau, Alter und ethnischen Hintergründen.

Laborbedingungen im Vergleich zur Realität: Die ex-vivo-Validierung verwendete Schweinearterien, die in Agarose eingebettet waren, was eine kontrollierte Umgebung bietet. Bei echten Patienten sind die Gewebe komplexer, und Faktoren wie Atmung, Herzschlag und Patientenbewegung können die Bildqualität beeinflussen. Dass alle 80 Gefäßabschnitte beim Menschen erfolgreich gescannt werden konnten, ist ermutigend, doch handelte es sich um eine kleine, sorgfältig durchgeführte Studie von einem erfahrenen Sonografen.

Geringfügige Überschätzung größerer Plaques: Die Studie ergab, dass 3D-Ultraschall im Vergleich zur Histologie das Plaquevolumen tendenziell leicht überschätzt, insbesondere bei größeren Plaques. Das Ausmaß war gering (medianer absoluter Unterschied 0,36 µL), aber es ist erwähnenswert, dass die Messung nicht perfekt ist – sie ist sehr gut, nicht exakt.

Die in der Studie verwendete Software: Die für den ex-vivo-Teil verwendete VPQ-Software-Version wurde modifiziert (nicht kommerziell erhältlich), und CM2020 war eine unveröffentlichte Forschungsversion. Das kommerziell erhältliche Produkt kann etwas von dem getesteten System abweichen. Darüber hinaus wurden alle Analysen von einem einzelnen erfahrenen Sonografen durchgeführt. Obwohl die Intraobserver- und Interobserver-Reproduzierbarkeit für CM2020 getestet wurde, ist die allgemeine Übertragbarkeit auf weniger erfahrene Auswerter nicht belegt.

Klinische Endpunkte wurden nicht gemessen: Dies war eine Validierungsstudie – sie bewies, dass die Technologie Plaques genau messen kann, verfolgte Patienten jedoch nicht über einen längeren Zeitraum, um festzustellen, ob diese Messungen Herzinfarkte, Schlaganfälle oder Todesfälle vorhersagen. Frühere Studien mit der älteren Technik haben prognostischen Wert gezeigt, und für diese neue Methode sind ähnliche Langzeitstudien zu den klinischen Ergebnissen erforderlich.

Förderung/Beziehungen der Autoren: Mehrere Autoren sind Mitarbeiter von Philips Healthcare, dem Unternehmen, das sowohl die in der Studie bewerteten Ultraschallsonden als auch die Software herstellt. Dies stellt ein potenzielles Interessenkonflikt dar, der bei der Interpretation der Ergebnisse berücksichtigt werden sollte.

Empfehlungen für Patienten

Was sollten Sie als Patient aus dieser Forschung mitnehmen? Hier sind einige praktische Punkte:

  1. Kennen Sie Ihre Werte. Wenn Sie Risikofaktoren für eine Herz-Kreislauf-Erkrankung haben (Bluthochdruck, hohe Cholesterinwerte, Diabetes, Rauchen, Fettleibigkeit oder familiäre Vorbelastung mit frühzeitiger Herzerkrankung), sprechen Sie mit Ihrem Arzt darüber, ob die Messung der Plaque-Belastung in Ihren Karotiden oder Femoralarterien Ihre Risikobewertung präzisieren könnte.
  2. Ultraschall ist eine sichere und wiederholbare Option. Im Gegensatz zum CT-Kalzium-Scoring setzt Ultraschall keiner Strahlung aus. Dies macht ihn zu einer guten Wahl für Personen, die über einen längeren Zeitraum serial überwacht werden müssen, um zu verfolgen, ob ihre Plaque stabil bleibt, wächst oder unter der Behandlung abnimmt.
  3. Lebensstil und Medikamente sind weiterhin am wichtigsten. Die Plaquemessung ist ein diagnostisches Werkzeug, keine Behandlung. Unabhängig davon, was Ihr Plaque-Volumen zeigt, bleibt die Grundlage der Prävention gleich: eine herzgesunde Ernährung, regelmäßige körperliche Aktivität, Nichtrauchen, Kontrolle von Blutdruck und Cholesterin sowie die Einnahme verschriebener Medikamente (wie Statine) gemäß den Anweisungen.
  4. Die neue Technologie ist vielversprechend, aber fragen Sie nach der Verfügbarkeit. Die XL14-3-Sonde und die CM2020-Software sind relativ neu. Wenn ein solcher Test in einem großen kardiovaskulären Zentrum in Ihrer Nähe angeboten wird, können Sie sicher sein, dass die zugrunde liegende Technologie nun rigoros gegen den histologischen Goldstandard validiert wurde.
  5. Behandeln Sie Unsicherheit mit einer Prise Salz. Kein bildgebendes Verfahren ist perfekt. Die Messungen dieses Verfahrens sind extrem genau (Übereinstimmung von über 99 % mit dem Goldstandard), aber sie sind ein Werkzeug zur Unterstützung der klinischen Beurteilung – kein Orakel. Besprechen Sie die Ergebnisse immer mit Ihrem Arzt im Kontext Ihres gesamten Gesundheitsbildes.

Häufig gestellte Fragen

Wie genau ist der neue 3D-Ultraschall im Vergleich zu älteren Methoden?

Bei 20 Patienten waren die Messungen mit der neuen Sonde nahezu identisch mit denen der älteren, validierten Sonde, mit einer Korrelation von 0,997. Im Vergleich zur mikroskopischen Analyse von Schweinearterien war die Übereinstimmung ebenfalls hervorragend (0,992). Der durchschnittliche Unterschied betrug nur 0,36 Mikroliter, etwa die Größe eines winzigen Sandkorns.

Verwendet dieser Ultraschalltest Strahlung?

Nein. Wie bei allen Ultraschallverfahren kommt diese Technik ohne ionisierende Strahlung aus. Dies macht sie zu einer sicheren Option für wiederholte Bildgebungen, um zu überwachen, ob die Plaque im Laufe der Zeit wächst oder abnimmt, im Gegensatz zum CT-Kalzium-Scoring, das Strahlung verwendet und nur verkalkte Plaques erkennt.

Wer könnte davon profitieren, dass sein Plaque-Volumen gemessen wird?

Menschen mit kardiovaskulären Risikofaktoren – wie Bluthochdruck, hohe Cholesterinwerte, Diabetes, Rauchen, Fettleibigkeit oder familiäre Vorbelastung mit frühzeitiger Herzerkrankung – könnten davon profitieren. Ihr Arzt kann helfen zu entscheiden, ob die Messung der Plaque in Ihren Karotiden oder Femoralarterien Ihre Risikobewertung präzisieren könnte. Ultraschall ist strahlungsfrei und wiederholbar.

Was waren die Einschränkungen dieser Studie?

Nur 20 Patienten nahmen teil, daher sind die Ergebnisse möglicherweise nicht auf alle übertragbar. Die Labervalidierung verwendete Schweinearterien, kein lebendes menschliches Gewebe. Die Software war eine unveröffentlichte Forschungsversion, und die leitenden Forscher umfassten Mitarbeiter des Ultraschallunternehmens. Außerdem verfolgte die Studie die Patienten nicht, um festzustellen, ob die Messungen zukünftige Herzinfarkte oder Schlaganfälle vorhersagen.

Wenn ich eine Plaquemessung erhalte, was sollte ich mit dem Ergebnis tun?

Die Plaque-Messung ist ein diagnostisches Werkzeug, keine Behandlung. Besprechen Sie das Ergebnis mit Ihrem Arzt im Kontext Ihrer allgemeinen Gesundheit. Unabhängig vom Wert liegt der Schwerpunkt der Prävention weiterhin auf einer herzgesunden Ernährung, regelmäßiger Bewegung, dem Verzicht auf das Rauchen, der Kontrolle von Blutdruck und Cholesterin sowie der Einnahme verschriebener Medikamente gemäß den Anweisungen.

Sollte ich eine zweite Meinung zur Plaque-Volumenmessung in den Karotiden oder der Arteria femoralis einholen, die mit der neuen 3D-Ultraschallmethode durchgeführt wurde?

Wenn Ihr Arzt eine Messung der Plaque-Menge in Ihren Karotiden oder der Arteria femoralis mittels 3D-Ultraschall empfiehlt oder wenn Sie bereits ein Ergebnis des Plaque-Volumens vorliegen haben, kann eine zweite Meinung helfen, die bildgebenden Befunde zu bestätigen und sicherzustellen, dass Ihre Risikobewertung korrekt ist. Die neue 3D-Ultraschallmethode hat eine nahezu perfekte Übereinstimmung mit der mikroskopischen Analyse und älteren, validierten Sonden gezeigt, sodass Uneinigkeiten zwischen den Auswertern unwahrscheinlich, aber möglich sind. Eine zweite Meinung ist besonders wertvoll, wenn Sie kleine Plaques haben, eine schwierige Anatomie vorliegt oder die empfohlene Behandlung (z. B. Statine) stark vom genauen Plaque-Volumen abhängt. Diagnostic Detectives Network bietet unabhängige Experten-Zweitmeinungen an.

Quelleninformationen

Original article title: 3-Dimensional VolumetricUltrasound Method for AccurateQuantification of AtheroscleroticPlaque Volume

Authors: Beatriz López-Melgar, MD, PhD; Virginia Mass, BSc; Paula Nogales, MSc; Javier Sánchez-González, PhD; Robert Entrekin, MSc; Antoine Collet-Billon, MSc; Xavier Rossello, MD, PhD; Leticia Fernández-Friera, MD, PhD; Antonio Fernández-Ortiz, MD, PhD; Javier Sanz, MD; Jacob F. Bentzon, PhD; Héctor Bueno, MD, PhD; Borja Ibáñez, MD, PhD; Valentín Fuster, MD, PhD

Journal: JACC: Cardiovascular Imaging, Volume 15, No. 6, June 2022, pages 1124–1135

Publication details: DOI: https://doi.org/10.1016/j.jcmg.2022.01.005. Published by Elsevier on behalf of the American College of Cardiology Foundation. This is an open access article under the CC BY-NC-ND license.

Dieser patientenfreundliche Artikel basiert auf der oben genannten, in einem Peer-Review-Verfahren geprüften Forschung. Er wurde für ein allgemeines Publikum verfasst und stellt keine medizinische Beratung dar; konsultieren Sie stets einen Gesundheitsfachmann bezüglich Ihrer individuellen gesundheitlichen Bedürfnisse.