Inhaltsverzeichnis
- Wichtige Punkte
- Einleitung: Die revolutionäre Wirkung von Insulin
- Entwicklung und Revolutionen von Anfang an: Die Insuline
- Standardisierung: Aufbau einer stabilen und zuverlässigen Insulin-Einheit
- Reinigung und die Suche nach dem perfekten Insulin
- Humaninsulin: Ein neues Zeitalter
- Die aktuelle Revolution: Insulinapplikation, Gegenwart und Zukunft
- Der künstliche Bauchspeicheldrüse und die kontinuierliche Infusion
- Tragbare Pumpen und Applikationswege
- Implantierbare Pumpen: Die nächste Grenze
- Klinische Implikationen und ein Patientenfall
- Einschränkungen des Überblicks
- Empfehlungen für Patienten
- Häufig gestellte Fragen
- Quelleninformationen
Wichtige Punkte
- Insulin, entdeckt im Jahr 1921, verwandelte Diabetes von einer fortschreitenden Mangelernährung in eine beherrschbare chronische Erkrankung.
- Die Entwicklung standardisierter Insulin-Einheiten dauerte fast 40 Jahre; internationale Standards wurden ab 1925 festgelegt.
- Reinigte und humane Insuline reduzierten Verunreinigungen und senkten das Risiko allergischer Reaktionen und der Antikörperbildung.
- Tragbare und implantierbare Pumpen sowie die künstliche Bauchspeicheldrüse verbesserten die Glukosekontrolle, erforderten jedoch eine häufige Überwachung.
- Bei einem Patienten führte eine implantierbare Pumpe zu einer zufriedenstellenden Glukosekontrolle und löste die Netzhautschwellung auf, was die Lebensqualität verbesserte.
Einleitung: Die revolutionäre Wirkung von Insulin
Die Entdeckung von Insulin im Jahr 1921 durch die Kanadier McLeod, Banting und Best war ein Wendepunkt in der Medizingeschichte. Der erste behandelte Patient, Leonard Thompson, zeigte eine spektakuläre Verbesserung, was zur raschen Einführung der Insulintherapie am Toronto General Hospital im Januar 1922 und bald darauf weltweit führte. Insulin wurde zum ersten therapeutischen Mittel, das durch Gentechnik hergestellt wurde. Es diente auch als Referenzmodell für die Forschung in den Bereichen Peptidhormone, Proteinchemie, Kristallographie, molekulare Genetik, Zellbiologie, Endokrinologie und vielen anderen Feldern.
Insulin hat Diabetes von einer Krankheit der fortschreitenden Mangelernährung in eine neue Krankheitsentität verwandelt: das insulinabhängige Diabetes. Dies hat ein klareres Verständnis der humoralen und vaskulären Folgen von Diabetes ermöglicht. Die aktuelle Forschung konzentriert sich darauf, nicht nur den Blutzuckerspiegel zu kontrollieren, sondern auch die vaskulären degenerativen Komplikationen, einschließlich der Rollen abnormaler Blutzuckerwerte, hormoneller Ungleichgewichte, direkter Auswirkungen auf das Gefäßendothel und Thrombozyten sowie Faktoren, die die Blutgerinnung und -viskosität beeinflussen.
Die Insulintherapie bleibt an der Spitze der Forschung, und dieser Artikel überprüft, wie und warum. Er bewertet auch den aktuellen Stand von Insulin in der Diabetologie und der allgemeinen Medizin sowie die verschiedenen Methoden zur Verabreichung von Insulin, die zur Verfügung standen und in Zukunft erwartet werden.
Entwicklung und Revolutionen von Anfang an: Die Insuline
Die Produktion von Insulin stellte große Herausforderungen dar. Die Extraktion von Insulin aus der Bauchspeicheldrüse von Rindern oder Schweinen erforderte eine sorgfältige Koordination mit Schlachthöfen und eine sofortige Extraktion unter perfekt kontrollierten Bedingungen. Es konnte nicht isolierten medizinischen oder pharmazeutischen Gruppen überlassen werden.
Innerhalb von 2 bis 3 Jahren (von 1922 bis 1926) hatten 12 Labore in sechs oder sieben Ländern begonnen, Insulin herzustellen. Dies markierte einen der Ausgangspunkte der modernen Pharmaindustrie.
Die ersten Hersteller umfassten:
- 1922 – Connaught Laboratories, Kanada
- 1922 – Eli Lilly, USA
- 1923 – Allen & Hanburys, Großbritannien
- 1923 – Boots Pure Drug Company, Großbritannien
- 1923 – British Drug Houses, Großbritannien
- 1923 – Burroughs Wellcome, Großbritannien
- 1923 – Commonwealth Serum Laboratories, Australien
- 1923 – Farbwerke Hoechst, Westdeutschland
- 1923 – Nordisk Insulinlaboratorium, Dänemark
- 1923 – NV Organon, Niederlande
- 1924 – ER Squibb & Sons, USA
- 1925 – Novo Industri A/S, Dänemark
- 1938 – Swiss Serum and Vaccine Institute, Schweiz
- 1945 – Hormon-Chemie, München, Westdeutschland
- 1950 – Weddel Pharmaceuticals, Großbritannien
Standardisierung: Aufbau einer stabilen und zuverlässigen Insulineinheit
Die Entwicklung eines standardisierten Insulins aus Pankreas-Extrakten war äußerst schwierig. Es dauerte fast 40 Jahre, bis eine stabile und zuverlässige Insulineinheit erreicht wurde. Die frühen Einheiten verwendeten Bioassays an Kaninchen und Mäusen sowie eine Reihe weiterer Verfahren, darunter die Toronto-Einheit, die physiologische Einheit, die klinische Einheit, die H-Einheit und die U-Einheit. Schließlich wurden internationale Standards festgelegt:
- 1925: Erster internationaler Standard – 8 Einheiten/mg amorphes Insulin
- 1935: Zweiter internationaler Standard – 22 Einheiten/mg kristallines Insulin (Scott)
- 1950: Dritter internationaler Standard – 23,9 Einheiten/mg kristallines Insulin (WHO)
- 1952: Klinische Einheit definiert als 23,95 Einheiten/mg kristallines Insulin (WHO)
- 1958: Vierter internationaler Standard – 24 Einheiten/ml kristallines Insulin (WHO)
Die Vereinfachung der Dosierung durch die Entwicklung von Insulinen, die länger als 8 Stunden wirken, war von historischer Bedeutung. Die große Unannehmlichkeit von zwei, drei oder sogar vier täglichen Injektionen führte zur Entwicklung langwirksamer Formulierungen. 1936 wurde Protamin-Zink-Insulin eingeführt. Dies funktionierte durch die Bildung nicht-kovalenter Komplexe von Insulin mit anderen Proteinen oder durch die Herstellung langsam freisetzender Insulinkristalle. Zink förderte die Polymerisation bei beiden Ansätzen. Andere Substanzen, darunter Polyvinylpyrrolidon und Carboxymethylcellulose, wurden erprobt, erreichten jedoch nie den Markt.
Verzögert wirkende Präparate gelten jedoch nicht mehr als ideal. Aktuelle Arbeiten zielen darauf ab, das natürliche Muster der Insulinsekretion nachzuahmen: eine konstante Grundaktivität mit einer starken Zunahme nach den Mahlzeiten. Ein vielversprechender Ansatz umfasst die durch Glukosespiegel gesteuerte Freisetzung von Insulin. Forscher synthetisierten einen löslichen Komplex aus Zucker, Insulin und dem Lektin Concanavalin A. Insulin wird aus diesem Komplex in Abhängigkeit von den Glukosespiegeln im Medium freigesetzt. Nach dem Testen verschiedener Oligosaccharide, darunter Maltotriose, Mannotriose und Mannotetraose, schien die Freisetzungsrate von Mannotetraose-Insulin in vitro mit den Bedürfnissen von Diabetespatienten vereinbar zu sein. Diese langsam freisetzende Form würde die Notwendigkeit komplexerer Verabreichungssysteme wie Pumpen oder eines miniaturisierten künstlichen Pankreas beseitigen.
Reinigung und die Suche nach dem perfekten Insulin
Die Reinigung von Insulin hat sich kontinuierlich verbessert. Zunächst war es notwendig, streng steriles Insulin herzustellen, um die in der Ära von Leonard Thompson häufig auftretenden Insulinabszesse zu verhindern. Anschließend wurde das Insulin chemisch gereinigt, um unspezifische Fremdproteine zu entfernen.
Nach nur einer Kristallisation von bovinem oder porcinem Insulin waren in Mengen von weniger als 0,2 % vorhandene Proteine nicht nachweisbar. Zu diesen Verunreinigungen gehörten Pankreasproteine (a-Komponente), Proinsulin, Intermediate, Insulindimere und b-Komponenten-Insulin-Derivate sowie andere Hormone wie Glucagon, Pankreaspolypeptid, vasoaktives intestinales Peptid, somatostatin und c-Komponente.
Durch wiederholte Umkristallisation, Molekülsiebchromatographie und Ionenaustauschchromatographie konnten Präparate mit 99 % Insulinanteil hergestellt werden. Dies wird als Mono- oder Einzelkomponenten-Insulin bezeichnet. Diesen Bemühungen folgten Versuche, ein immunologisch inertes Präparat zu produzieren – also eines, das nicht in der Lage ist, die Bildung von Anti-Insulin-Antikörpern auszulösen.
Humaninsulin: Ein neues Zeitalter
Die jüngste Herstellung von Humaninsulin mittels verschiedener fortschrittlicher Techniken bietet die einzige Hoffnung auf ein wirklich nicht-immunogenes Insulin. Humaninsulin kann auf verschiedene Weise hergestellt werden:
- Extraktion aus der menschlichen Bauchspeicheldrüse
- Vollständige chemische Synthese aus Aminosäuren
- Halbsynthese aus Schweineinsulin (enzymatische Umwandlung unter Verwendung eines von Novo Industri entwickelten Verfahrens, bei dem das terminale Alanin der B-Kette selektiv durch Threonin ersetzt wird)
- Biosynthese mittels rekombinanter DNA-Technologie (von Genentech und Eli Lilly unter Verwendung von Bakterien)
Bakterielles, halbsynthetisches und pankreatisches Humaninsulin zeigten bei der Analyse identische einzelne symmetrische Peaks, was auf strukturelle Äquivalenz mit Humaninsulin hindeutet, auch wenn dies nicht abschließend beweist, dass sie frei von Isomeren sind.
Die Frage bleibt, ob Humaninsulin einen echten therapeutischen Fortschritt darstellt. Eine Studie (Abbildung 1 im Originalartikel) verglich biosynthetisches NPH-Humaninsulin mit gereinigtem NPH-Schweineinsulin bei acht insulinpflichtigen Diabetespatienten. Human-NPH-Insulin war wirksamer, mit signifikanten Unterschieden zwischen 9 und 16 Stunden nach der Injektion (p < 0,05 und p < 0,01 an verschiedenen Zeitpunkten).
Die Eigenschaften von Humaninsulin umfassen eine schnellere Aufnahme aus subkutanen Stellen, eine verringerte hepatische Glukoseproduktion, einen erhöhten metabolischen Abbau und ein virtually Fehlen von Antigenität. Es war jedoch im Jahr 1983 noch zu früh, um zu sagen, ob diese Veränderungen echte klinische Vorteile bieten. Humaninsulin ist definitiv in den seltenen Fällen von kutaner Empfindlichkeit nützlich, die durch eine Allergie gegen nicht-menschliches Insulin verursacht wird.
Die aktuelle Revolution: Insulinapplikation, Gegenwart und Zukunft
Die Geschichte der Insulingabe ist lang. Die Anzahl der täglichen subkutanen Injektionen variierte je nach Art des Insulins, Gewohnheiten und individuellen Praktiken. Die kontinuierliche Aufzeichnung des Blutzuckers zeigte, dass trotz zahlreicher Verbesserungen die Normalisierung des Blutzuckers bei brüchigen Diabetespatienten sehr unvollständig war, mit Werten, die stark von denen bei normalen Personen abwichen.
Bemühungen, nicht-injektierbare Formen von Insulin zu entwickeln – nasale, orale oder rektale Verabreichung – waren aufgrund des vollständigen oder teilweisen Abbaus des Hormons im Körper erfolglos. Diese Applikationswege erfordern Insulindosen, die das 7- bis 10-fache der durch subkutane Injektion verabreichten Dosen betragen. Pellets und Mehrfachstrahl-Injektionen erscheinen vielversprechender, doch die Studien standen erst am Anfang. Bei der Strahl-Injektion wird Insulin durch pulsartige Diffusion statt über eine Nadel verabreicht, mit einer Wirksamkeit, die der konventionellen Injektion entspricht.
Die künstliche Bauchspeicheldrüse und kontinuierliche Infusion
Die künstliche Bauchspeicheldrüse, entwickelt zwischen 1974 und 1977, zeigte eindeutig, dass Blutzuckerschwankungen stark begrenzt werden können, wenn das intravenös verabreichte Insulin durch die zirkulierenden Glukosespiegel gesteuert wird. Die Blutzuckerkurven von schlecht stabilisierten Diabetespatienten wurden mit denen von normalen Personen überlagerbar. Dies wurde bei einem Patienten gezeigt, der nacheinander mit subkutanen Injektionen von regulärem Insulin und mit der künstlichen Bauchspeicheldrüse behandelt wurde: Die künstliche Bauchspeicheldrüse führte zu viel stabileren Glukosespiegeln während des gesamten Tages.
Forscher erkannten die Notwendigkeit einer miniaturisierten künstlichen Bauchspeicheldrüse, die eine kontinuierliche Glukosekontrolle bietet. Dieser Traum ist noch nicht erfüllt worden. Während zuverlässige, mikroprozessor-gesteuerte tragbare Insulinpumpen entwickelt wurden, gab es immer noch kein tragbares und zuverlässiges System zur schnellen und automatischen Messung des Blutzuckers in vivo.
Die Selbstüberwachung des Blutzuckers ermöglichte es Patienten, ihre eigenen Insulindosen anzupassen. Wiederholte subkutane Injektionen ergaben jedoch, selbst bei sorgfältiger Gabe, Ergebnisse, die weit hinter denen der künstlichen Bauchspeicheldrüse zurückblieben.
Die Geschichte der kontinuierlichen Infusion wird durch die folgenden Meilensteine dargestellt:
- Geschlossenes Regelkreis-System (künstliches endokrines Pankreas):
- 1974: Albisser et al.
- 1974: Pfeiffer et al.
- 1975: Mirouze et al.
- Offene Systeme (Pumpen):
- Kurzfristige kontinuierliche intravenöse Insulinzufuhr: 1974 – Slama et al. (Diabetes mellitus Typ 1), 1977 – Genuth und Martin (Diabetes mellitus Typ 2), 1976 – Deckert et al. (instabiler Diabetes), 1976 – Hepp et al. (Diabetes mellitus Typ 1)
- Langfristige subkutane, venöse oder peritoneale Applikationswege: 1978 – Pickup et al. (Diabetes mellitus Typ 1), 1979 – Irsigler et al., 1979 – Mirouze et al. (instabiler Diabetes)
Diabetische Ketoazidose, instabiler Diabetes und Schwangerschaft bei Diabetes waren die ersten Erkrankungen, die mit diesen Ansätzen behandelt wurden.
Tragbare Pumpen und Applikationswege
Tragbare Infusionspumpen vom Spritzentyp ermöglichten eine rasche Entwicklung der kontinuierlichen subkutanen Insulininfusion. Diese Behandlungsform ähnelte traditionellen subkutanen Injektionen. Derzeit vermarkten mehr als zehn Hersteller Pumpen zur Insulinabgabe. Nicht-Spritzen-getriebene tragbare Pumpen sind jedoch nur in geringer Zahl verfügbar oder werden bald verfügbar sein; zudem sind sie sehr teuer, was die Anzahl der Patienten, die davon profitieren können, begrenzt.
Für die kontinuierliche Insulininfusion stehen drei Applikationswege zur Verfügung: subkutan, intravenös und intraperitoneal. Bei der kontinuierlichen intraperitonealen und subkutanen Infusion ist der Spiegel an freiem Insulin niedriger als beim intravenösen Weg. Trotz einiger Schwierigkeiten wurde der intraperitoneale Weg als bevorzugt angesehen.
Die intraperitoneale Infusion erfordert eine weitaus aufwändigere Technik als die intravenöse Katheterisierung oder subkutane Injektion. Sie erfordert vollständige sterile chirurgische Verfahren, die denen bei der Peritonealdialyse ähneln. Bei einem Ansatz wurden Polyethylenkatheter verwendet, die mit einer dünnen Silikonschicht und einem Dacron-Manschette überzogen waren, um eine bakterielle Infektion am Eintrittspunkt zu verhindern. Der Katheter wurde mit 10–15 cm intraperitoneal, 5 cm in einem subkutanen Tunnel platziert, und die externen 20 cm wurden an der Pumpe befestigt, mit dem Zugang rund um den Nabel.
Der peritoneale Weg ist nur dann sinnvoll, wenn das externe Ende des Katheters nicht häufig manipuliert wird. Daher erfordert er Pumpen mit langer Akkulaufzeit.
Implantierbare Pumpen: Die nächste Grenze
Die Entwicklung implantierbarer Pumpen ist der logische nächste Schritt. Zum Zeitpunkt der Überprüfung hatten relativ wenige Patienten von diesen Geräten profitiert (Tabelle 5 im Original). Mehrere Designs implantierbarer Pumpen wurden bewertet, darunter:
- Siemens (PFA1): Peristaltikpumpe, 8,5 x 6,0 x 2,2 cm, 180 g gefüllt, 10 ml Reservoir, Akkulaufzeit 1 Jahr, variabler Fluss, keine Alarme, Fernsteuerung. Erst implantiert im April 1981. Applikationsweg: intravenös oder intraperitoneal.
- Metal Bellows (Infusaid): dampfbetriebene Balge, 8,6 x 2,4 cm, 225 g, 47 ml Reservoir, Akkulaufzeit nicht zutreffend (dampfbetrieben), konstanter Fluss, keine Alarme, keine Fernsteuerung. Erst implantiert im Dezember 1980. Applikationsweg: intraperitoneal. Mehr als 20 in Betrieb.
- Sandia: Peristaltikpumpe, Abmessungen unbekannt, 280 g, 5 ml Reservoir, variabler Fluss, keine Alarme, Fernsteuerung. Erst implantiert im Januar 1981. Applikationsweg: intraperitoneal. 3 in Betrieb.
- Medtronic: pulsierender Elektromagnet, 7,0 x 2,8 cm, 180 g, 20 ml Reservoir, Akkulaufzeit 5 Jahre, variabler Fluss, Flussalarm, Fernsteuerung. Noch nicht am Menschen implantiert.
- Pacesetter: Peristaltikpumpe, 8,1 x 2,0 cm, 170 g, 7,2 ml Reservoir, Akkulaufzeit 10 Jahre, variabler Fluss, Flussalarm, Fernsteuerung. Noch nicht implantiert.
Implantierbare Pumpen lösen das Problem der Katheterinsertion, sie lösen jedoch nicht die wesentlichen Einschränkungen tragbarer Systeme: häufige Selbstüberwachung des Blutzuckers, Anpassung der Basal- und postprandialen Raten mehrmals täglich sowie das Befüllen des Insulinreservoirs alle 2–3 Wochen.
Klinische Implikationen und ein Patientenfall
Die Erfahrung der Autorin mit einer implantierbaren Pumpe umfasste einen einzelnen Patienten: eine 23-jährige Frau mit instabilem Diabetes. Sie hatte eine spektakuläre Verbesserung mit 15 Monaten Behandlung auf einer tragbaren Pumpe erreicht. Anschließend wurde eine Pumpe unter ihre Bauchmuskeln implantiert, wobei der Katheter in das Peritoneum entleerte. Das Reservoir wurde alle 3 Wochen gefüllt. Die Patientin überwachte ihren Blutzucker siebenmal täglich und konnte Basalraten und Mahlzeiten-Dosen über einen externen Programmer wählen.
Die Ergebnisse waren bemerkenswert:
- Befriedigende Kontrolle der Blutzuckerwerte
- Völlige Beendigung von Episoden schwerer Hypoglykämie oder Ketoazidose
- Rückbildung beginnender makulärer Netzhautödeme (frühe Schwellung der Netzhaut)
- Vollständige Verbesserung der Lebensqualität
Nach den Erfahrungen des Autors bei der Behandlung mit kontinuierlicher Infusion waren technische Probleme häufig, aber beherrschbar. Es kam etwa alle zwei Patientenjahre zu einem Pumpenausfall und einem Katheterproblem. Zu den Katheterproblemen gehörten eine partielle Exterialisierung durch unwillkürliches Ziehen (zweimal) und ein externer Riss (zweimal). Reparaturen waren stets möglich, ohne dass der Katheter entfernt oder die Infusion unterbrochen werden musste. Eine frühe Verstopfung des Katheters wurde bei stabilisierten Insulinformen nicht beobachtet, und es war niemals erforderlich, den Katheter vor 13–15 Monaten der Nutzung zu entfernen.
Die Raten von Infektionen und Katheterproblemen wurden wie folgt angegeben:
- Häufigkeit einer Peritonitis bei urämischen Diabetespatienten, die durch häusliche peritoneale Dialyse behandelt wurden: eine pro 17 Patientenjahre
- Häufigkeit von Infektionen an der Eintrittsstelle in allen Erfahrungen des Autors: eine pro zwei Patientenjahre
Aktuarische Kurven (Abbildung 3 im Original) zeigten die Häufigkeit von Pumpenausfällen und das Überleben der Katheter im Zeitverlauf.
Technische Herausforderungen der Insulininfusion
Die Stabilität von konzentriertem Insulin, das bei Körpertemperatur gelagert wird und bei ambulanten Patienten ständiger Bewegung ausgesetzt ist, stellt ein großes Problem dar. Gewöhnliches Insulin aggregiert zu hochmolekularen Polymeren, was zur Bildung eines kristallinen Niederschlags, zur Inaktivierung, zur Gelbfärbung der Lösung und zur Verstopfung des Katheters führt. Das optimale Mittel gegen Ausfällung war ein Mischpolymer aus Polyethylenglykol und Polypropylenglykol. Befriedigende Ergebnisse wurden auch durch Zugabe von Aminosäuren (Glutamin- oder Asparaginsäure) oder durch Bildung von Insulinsulfaten erzielt. Die Stabilisierung wurde auch mit dem Tensid Genapol versucht. Der Insulinreservoir selbst darf seinen Inhalt nicht denaturieren; derzeit wird Polyethylen oder Titan bevorzugt.
Einschränkungen der Übersicht
Diese Übersicht spiegelt den Wissensstand von 1982–1983 wider. Der Autor weist ausdrücklich darauf hin, dass die Mehrzahl der Behandlungsregime mit kontinuierlicher Infusion zu jener Zeit nach nur wenigen Monaten abgebrochen worden war, sodass eine definitive Bewertung dieser Techniken nicht möglich war. Humaninsulin wurde neu eingeführt, und es war zu früh, um zu wissen, ob seine Vorteile klinisch signifikant sein würden, abgesehen von der Verhinderung seltener allergischer Reaktionen.
Die Zahl der Patienten mit implantierbaren Pumpen war sehr gering, und viele Geräte waren noch experimentell. Der Autor weist auch darauf hin, dass die Daten zu nicht-injektiven Applikationswegen (nasal, oral, rektal) erfolglos waren und Studien zur Jet-Injektion erst begannen. Daher haben sich die Patientenergebnisse heute dramatisch verändert, aber die historische Entwicklung ist accurately dargestellt.
Empfehlungen für Patienten
Obwohl dieser Artikel historisch ist, bietet er dauerhafte Lehren für Patienten:
- Kennen Sie Ihren Insulintyp: Langwirksame, intermediär wirksame (z. B. NPH) und schnell wirksame Insuline haben jeweils unterschiedliche Wirkungsverläufe. Im Jahr 1983 zeigte Human-NPH-Insulin zwischen 9 und 16 Stunden nach der Injektion eine größere Wirksamkeit als Schweine-NPH-Insulin. Heute sollten Insulinentscheidungen auf Ihren individuellen Glukoseprofilen und Lebensstil basieren.
- Selbstüberwachung ist unerlässlich: Auch mit neuer Verabreichungstechnologie ist eine häufige Blutzuckerkontrolle erforderlich. Der beschriebene Patient überwachte siebenmal täglich. Sie sollten einen Überwachungsplan mit Ihrem Behandlungsteam besprechen.
- Die Injektionstechnik ist wichtig: Die Übersicht betont, dass eine sorgfältige Injektionstechnik dem künstlichen Pankreas unterlegen ist, aber für die meisten Patienten sind Injektionen oder Pumpentherapien praktisch. Verwenden Sie sterile, ordnungsgemäß gelagerte Insuline und wechseln Sie die Injektionsstellen.
- Da menschliches Insulin weniger antigen ist, sollten Personen mit Allergien oder Hautreaktionen auf tierische Insuline nach menschlichem Insulin oder modernen Analoga fragen.
- Betrachten Sie das Verabreichungssystem: Tragbare Pumpen und implantierte Pumpen versprechen viel, erfordern jedoch die Verpflichtung zur Glukoseüberwachung, Nachfüllung und Aufmerksamkeit bei Katheterproblemen. Besprechen Sie Vor- und Nachteile mit Ihrem Diabetes-Spezialisten.
- Behandeln Sie den ganzen Menschen: Der 23-jährige Patient erlebte eine vollständige Transformation in der Lebensqualität. Die Kontrolle der Glukose verhindert nicht nur akute Notfälle, sondern hilft auch, vor Augenproblemen wie Makulaödem zu schützen.
Konsultieren Sie immer Ihren Arzt, bevor Sie Ihr Insulinregime ändern oder ein neues Verabreichungssystem verwenden.
Häufig gestellte Fragen
Wie hat die Insulintherapie die Diabetesversorgung nach der Entdeckung verändert?
Vor Einführung des Insulins führte Diabetes zu fortschreitender Mangelernährung. Nach der Einführung von Insulin im Jahr 1922 verbesserte sich der erste Patient dramatisch, und die Insulintherapie verbreitete sich weltweit. Sie verwandelte Diabetes in eine beherrschbare chronische Erkrankung, ermöglichte eine klarere Untersuchung seiner Komplikationen wie Blutgefäß- und Nervenschäden und eröffnete neue Felder der medizinischen Forschung.
Welche verschiedenen Insulintypen gibt es und wie wirken sie?
Insulintypen unterscheiden sich in ihrer Wirkdauer. Langwirksame und intermediär wirksame Insuline wie NPH bieten eine Grundaktivität. Schnellwirksame Insuline decken Mahlzeiten ab. In einer Studie an acht Patienten war menschliches NPH-Insulin zwischen 9 und 16 Stunden nach der Injektion wirksamer als Schweine-NPH-Insulin. Ihr Arzt wählt die Typen basierend auf Ihren Glukosemustern und Ihrem Lebensstil aus.
Was ist menschliches Insulin und warum ist es wichtig?
Menschliches Insulin wird hergestellt, um dem Insulin zu entsprechen, das Ihr Körper produziert. Es kann aus menschlichen Bauchspeicheldrüsen gewonnen, halbsynthetisch aus Schweineinsulin hergestellt oder mit Bakterien mittels rekombinanter DNA erzeugt werden. Menschliches Insulin löst weniger wahrscheinlich Immunreaktionen aus. Es ist besonders hilfreich bei seltenen Fällen von Hautallergie gegen tierische Insuline.
Welche Verabreichungsmethoden für Insulin stehen zur Verfügung?
Insulin kann durch tägliche Injektionen, tragbare Pumpen, die eine kontinuierliche subkutane Infusion verabreichen, oder implantierte Pumpen, die Insulin in das Abdomen freisetzen, gegeben werden. Die nadellose Jet-Injektion wurde untersucht. Nasale, orale oder rektale Formen scheiterten, weil das Hormon abgebaut wurde, was Dosen erforderte, die 7 bis 10 Mal höher waren. Ihr Spezialist kann die am besten geeignete Methode besprechen.
Was ist die künstliche Bauchspeicheldrüse?
Die künstliche Bauchspeicheldrüse, entwickelt zwischen 1974 und 1977, ist ein Closed-Loop-System, das den Blutzucker misst und automatisch das intravenöse Insulin anpasst. Bei schlecht stabilisierten Patienten erzeugte es Glukosekurven wie bei normalen Personen. Es zeigte, dass eine kontinuierliche Glukosekontrolle möglich ist, aber eine miniaturisierte tragbare Version war noch nicht für den alltäglichen Gebrauch verfügbar.
Welche Ergebnisse zeigten implantierte Insulinpumpen in der frühen Anwendung?
Bei einem Patienten, einer 23-jährigen Frau mit brüchigem Diabetes, verabreichte eine implantierte Pumpe Insulin in das Peritoneum. Sie überwachte den Glukosespiegel siebenmal täglich. Die Ergebnisse umfassten eine befriedigende Blutzuckerkontrolle, keine schwere Hypoglykämie oder Ketoazidose, eine Regression der frühen Netzhautschwellung und eine vollständige Transformation in der Lebensqualität. Die Anzahl der Patienten war jedoch sehr gering.
Was sollten Patienten heute über die Insulintherapie wissen?
Kennen Sie Ihren Insulintyp und dessen Zeitverlauf. Die Selbstüberwachung des Blutzuckers ist unerlässlich, auch bei Pumpen; ein Patient überwachte siebenmal täglich. Verwenden Sie sterile, ordnungsgemäß gelagerte Insuline und wechseln Sie die Injektionsstellen. Wenn Sie Allergien gegen tierische Insuline haben, fragen Sie nach menschlichem Insulin. Besprechen Sie Optionen für Verabreichungssysteme und alle Änderungen mit Ihrem Gesundheitsteam.
Wann sollte ein Patient mit insulinabhängigem Diabetes eine zweite Meinung zu Insulinverabreichungsoptionen einholen?
Eine zweite Meinung zur Insulinapplikation ist in Betracht zu ziehen, wenn Sie erwägen, auf eine Pumpe umzusteigen, häufige Dosisanpassungen benötigen oder Hautreaktionen auf tierische Insuline hatten. Tragbare und implantierbare Pumpen erfordern eine tägliche Blutzuckerkontrolle, regelmäßiges Nachfüllen des Reservoirs und Aufmerksamkeit bei Katheterproblemen, die in der beschriebenen Erfahrung etwa einmal alle zwei Patientenjahre auftraten. Da die Insulinwahl von individuellen Glukoseprofilen und Lebensstil abhängt, kann eine zweite Meinung helfen zu bestätigen, welche Applikationsmethode zu Ihrer Situation passt. Diagnostic Detectives Network bietet unabhängige Experten-Zweitmeinungen an.
Quelleninformationen
Original article title: Insulin Treatment- A Non-Stop Revolution
Publication: Diabetologia (1983) 25:209–221, © Springer-Verlag 1983. This is the 14th Claude Bernard Lecture delivered to the European Association for the Study of Diabetes, Budapest, September 1982.
Hinweis: Dieser patientenfreundliche Artikel basiert auf peer-reviewter Forschung und einer historischen Übersicht. Er stellt keine medizinische Beratung dar. Die beschriebenen Behandlungen und Technologien spiegeln den Stand der Technik von 1983 wider und können veraltet sein; konsultieren Sie aktuelle medizinische Leitlinien für aktuelle Empfehlungen.