Inhaltsverzeichnis
- Wichtige Punkte
- Hintergrund: Die Hype um Anti-Aging-Nahrungsergänzungsmittel
- Was ist Vivix?
- Der Harvard-Forscher hinter dem Hype
- Was Dr. Sinclair auf der Shaklee-Konferenz sagte
- Die Wissenschaft von Resveratrol: Vom Rotwein zur Pille
- Die Folgen: Rücktritt und rechtliche Schritte
- Shaclees Antwort: Ein Konflikt der Narrative
- Klinische Implikationen: Was Patienten wissen sollten
- Einschränkungen dieses Berichts
- Empfehlungen für Patienten
- Häufig gestellte Fragen
- Quelleninformationen
Wichtige Punkte
- Vivix ist ein Nahrungsergänzungsmittel von Shaklee, das Resveratrol enthält und als Anti-Aging-Tonikum mit dramatischen Behauptungen beworben wird.
- Der Harvard-Forscher David Sinclair wurde dafür bezahlt, Shaklee zu beraten, trat jedoch zurück, nachdem er erklärt hatte, sein Name impliziere eine Billigung.
- Rollen in wissenschaftlichen Beiräten sind oft bezahlte Beratungspositionen und keine Bestätigung der Produktbehauptungen.
- Patientinnen und Patienten sollten nach klinischen Studienzeugnissen suchen, nach Interessenkonflikten fragen und Nahrungsergänzungsmittel mit ihrem Arzt oder ihrer Ärztin besprechen.
Hintergrund: Die Hype um Anti-Aging-Nahrungsergänzungsmittel
Das Internet ist voller Produkte, die versprechen, das Altern zu verlangsamen, die Lebensspanne zu verlängern und jugendliche Vitalität wiederherzustellen. Nahrungsergänzungsmittel nehmen dabei eine seltsame Mittelposition ein: Sie unterliegen nicht den gleichen strengen Standards wie verschreibungspflichtige Arzneimittel, doch ihre Werbung macht oft kühne, das Leben verändernde Versprechen.
Vivix ist ein solches Produkt. Vertrieben von Shaklee, einem bekannten Nahrungsergänzungsmittelhersteller, wurde es online als „das weltweit beste Anti-Aging-Ergänzungsmittel“ beworben. Es liegt in einer traubenaromatischen Flüssigform vor – ein Detail, das es eher wie einen Gesundheitstonikum denn wie eine Pillendose wirken lässt. Wenn Sie 2008 durch Gesundheits-Webseiten gesurft wären, hätten Sie leicht glänzende Verkaufsseiten treffen können, die seine angeblichen Vorteile priesen.
Was Vivix jedoch von der Masse abhob, war nicht die Formel selbst. Es war der Name, der damit verbunden war: David Sinclair, ein Forscher der Harvard University, dessen Alterungsforschung ihm in der wissenschaftlichen Gemeinschaft große Aufmerksamkeit eingebracht hatte. Die Vorstellung, dass eine glaubwürdige akademische Persönlichkeit hinter dem Produkt steht, verlieh ihm einen Anschein von Legitimität – ein Eindruck, der zum Mittelpunkt einer öffentlichen Kontroverse werden sollte.
Dieser Fall geht nicht nur um einen einzelnen Forscher und ein einzelnes Nahrungsergänzungsmittel. Es geht darum, wie Verbraucherinnen und Verbraucher durch Empfehlungen, ob explizit oder implizit, beeinflusst werden können, und warum es wichtig ist, die finanziellen Beziehungen hinter medizinischen und gesundheitsbezogenen Produktansprüchen zu verstehen.
Was ist Vivix?
Vivix ist ein Nahrungsergänzungsmittel, das von Shaklee entwickelt wurde, einem Unternehmen, das seit Jahrzehnten Nährstoffprodukte vertreibt. Der zentrale Wirkstoff des Produkts ist eine Verbindung namens Resveratrol, eine natürliche Substanz, die in Trauben, Rotwein und bestimmten Beeren vorkommt.
Die Marketingmaterialien für Vivix beschrieben es in schmeichelhaften Begriffen und positionierten es als Durchbruch in der Anti-Aging-Wissenschaft. Es war nicht nur ein Vitamin; es wurde als etwas verkauft, das die eigenen genetischen Signalwege des Körpers aktivieren könnte, um den Alterungsprozess zu verlangsamen. Die Idee war so überzeugend, dass Shaklee-Verkaufsmitarbeiter geschult wurden, es als hochmodernes Produkt zu präsentieren, das von erstklassiger Wissenschaft untermauert wird.
- Produkt: Vivix, ein traubenaromiertes flüssiges Nahrungsergänzungsmittel
- Wirkstoff: Resveratrol, eine Polyphenolverbindung, die in Rotwein und Trauben vorkommt
- Unternehmen: Shaklee, ein Nahrungsergänzungsmittelhersteller mit einem lang etablierten Direktvertriebsnetzwerk
- Anspruch: Beworben als „das beste Anti-Aging-Nahrungsergänzungsmittel der Welt"
Shakles Vertriebsmodell stützt sich stark auf unabhängige Distributoren, die Produkte direkt an Freunde, Familie und Bekannte verkaufen. Das bedeutet, dass persönliche Beziehungen – und persönliches Vertrauen – eine überproportionale Rolle dabei spielen, wie Produkte wie Vivix die Verbraucher erreichen.
Der Harvard-Forscher hinter dem Hype
David Sinclair ist Genetiker und Professor an der Harvard Medical School, der einen Großteil seiner Karriere mit der Erforschung der Biologie des Alterns verbracht hat. Seine Forschung wurde in renommierten wissenschaftlichen Fachzeitschriften veröffentlicht, und er war eine prominente Stimme im Bereich der Langlebigkeitswissenschaft. Bis Ende der 2000er Jahre trug sein Name in Diskussionen über das Altern und dessen Verlangsamung oder sogar Umkehrung erhebliches Gewicht.
Sinclairs Verbindung zu Resveratrol war nicht zufällig. Seine Laborforschung deutete darauf hin, dass Resveratrol bestimmte genetische Signalwege aktivieren könnte – insbesondere eine Familie von Proteinen namens Sirtuine –, die angeblich eine Rolle bei der Zellgesundheit und Langlebigkeit spielen. Diese Forschung ist einer der Gründe, warum Resveratrol sowohl in wissenschaftlichen als auch in kommerziellen Kreisen zu einem heißen Thema wurde.
Dieses wissenschaftliche Interesse übersetzte sich in beträchtliches Geld. Sinclair erhielt 8 Millionen US-Dollar, als Sirtris, ein Biotech-Unternehmen, das auf die Entwicklung von Resveratrol-basierten Arzneimitteln spezialisiert war, an den Pharmakonzern GlaxoSmithKline verkauft wurde. Er blieb nach dem Verkauf Berater des Unternehmens. Dieser finanzielle Anteil am Erfolg von Resveratrol ist erwähnenswert – Wissenschaftler können finanzielle Interessen an den Verbindungen haben, die sie untersuchen, genau wie Unternehmen Interessen an den Produkten haben, die sie verkaufen.
Parallel zu seiner akademischen und biotechnologischen Arbeit wurde Sinclair dafür bezahlt, dem wissenschaftlichen Beirat von Shaklee anzugehören. Beraterrollen dieser Art sind in der Nahrungsergänzungsbranche üblich; Unternehmen zahlen Forschern für ihre Expertise, Glaubwürdigkeit und Anleitung. Sie schaffen jedoch auch das Potenzial für einen Interessenkonflikt, insbesondere wenn das wissenschaftliche Ansehen eines Forschers Teil der Marketingstrategie eines Produkts wird.
Was Dr. Sinclair auf der Shaklee-Konferenz sagte
Auf einer Shaklee-Verkaufskonferenz im Sommer 2008 wandte sich Sinclair an die Verkäufer des Unternehmens. Das Wall Street Journal hat ein Video der Veranstaltung erhalten, und der Inhalt ist bemerkenswert.
Laut dem WSJ-Bericht sagte Sinclair zu den Verkäufern: „Vor über einem Jahr haben wir uns gemeinsam daran gemacht, ein Produkt zu entwickeln, das Sie tatsächlich in die Lage versetzt, diese genetischen Signalwege zu aktivieren, die den Alterungsprozess verlangsamen können.“ Diese Formulierung stellt das Produkt als gemeinsame wissenschaftliche Mission zwischen dem Forscher und dem Unternehmen dar – eine Zusammenarbeit mit einem gemeinsamen Ziel.
Er ging noch weiter und sagte: „Gemeinsam als Teil der Shaklee-Familie ... können wir diese Technologie jetzt sofort unseren Freunden, unserer Familie anbieten und die Vorteile dieser neuen Technologie wirklich schon in unserem Leben genießen.“
Der Ausdruck „Shaklee-Familie“ und die Einladung, die „Vorteile“ des Produkts mit Freunden und Familie zu teilen, klingen bemerkenswert ähnlich wie die Sprache eines Verkaufsarguments. Für einen Außenstehenden verschwimmt in solchen Momenten die Grenze zwischen „Wissenschaftler, der Forschung präsentiert“ und „Enthusiast, der ein Produkt verkauft“, ziemlich stark.
Es ist erwähnenswert, dass Sinclair nicht einfach ein unbezahlter Gastredner war. Er war ein bezahltes Mitglied des wissenschaftlichen Beirats, und die Verkäufer des Unternehmens wurden darin geschult, seine wissenschaftliche Autorität als Verkaufsargument zu nutzen. Für das Vertriebsteam war es ein starker Motivator – und ein wirksames Marketinginstrument für das Produkt, das sie verkaufen sollten –, dass ein Forscher der Harvard University auf der Bühne stand und über die Verlangsamung des Alterungsprozesses sprach.
Die Wissenschaft von Resveratrol: Vom Rotwein zur Pille
Resveratrol ist eine natürliche Verbindung, die in der Schale roter Trauben vorkommt. Es ist in Rotwein enthalten, der seit Langem Gegenstand wissenschaftlichen Interesses ist aufgrund des „französischen Paradoxons“ – der Beobachtung, dass Franzosen trotz einer Ernährung mit hohem Anteil an gesättigten Fettsäuren relativ niedrige Raten an Herz-Kreislauf-Erkrankungen aufweisen. Einige Wissenschaftler haben dieses Phänomen dem regelmäßigen Konsum von Rotwein zugeschrieben.
Sinclairs Forschung deutete darauf hin, dass Resveratrol Sirtuin-Proteine aktivieren könnte, die an der zellulären Regulation beteiligt sind und in einigen Tiermodellen mit einer Verlängerung der Lebensspanne in Verbindung gebracht wurden. Diese Erkenntnisse lösten im wissenschaftlichen Umfeld und darüber hinaus erhebliche Begeisterung aus, was zu einer Welle von Resveratrol-haltigen Nahrungsergänzungsmitteln auf dem Markt führte.
Es ist wichtig, die Lücke zwischen Laborergebnissen und der klinischen Realität zu verstehen. Eine Verbindung, die im Reagenzglas oder bei Mäusen vielversprechend erscheint, ist noch weit davon entfernt, beim Menschen als sicher und wirksam bewiesen zu sein. Die Forschung an Resveratrol beim Menschen hat gemischte Ergebnisse geliefert, und keine Anti-Aging-Medikamente oder Nahrungsergänzungsmittel wurden von den Aufsichtsbehörden auf der Grundlage einer Verlangsamung des menschlichen Alterungsprozesses zugelassen.
Wenn also ein Produkt wie Vivix als „Anti-Aging-Tonikum“ beworben wird, profitiert es von einer Welle vorläufiger Wissenschaft, die vereinfacht, verstärkt und kommerzialisiert wurde. Die Wissenschaft ist in dem Sinne real, dass die Forschung existiert. Aber der Sprung von „Resveratrol aktiviert Langlebigkeitsgene im Labor“ zu „dieses traubenaromatische Getränk wird Ihr Altern verlangsamen“ ist enorm – und dieser Sprung wird in der Marketingabteilung vollzogen, nicht im Labor.
Die Folgen: Rücktritt und rechtliche Schritte
Der Wendepunkt kam, als das Wall Street Journal David Sinclair bezüglich seiner Verbindung zu Shaklee kontaktierte. Kurz nachdem er nach der Beziehung gefragt worden war, trat Sinclair von seiner Position im Beratungsgremium des Unternehmens zurück.
In einer offiziellen Erklärung erklärte Sinclair seinen Entschluss: „Diese Entscheidung wurde maßgeblich durch meine jüngste Erkenntnis ausgelöst, wie meine Verbindung zu Shaklee und meine Forschung entgegen den Absichten und Zwecken meiner Vereinbarung genutzt wurden.“
Er beschrieb sein Erstaunen darüber, seinen Namen auf nicht beabsichtigte Weise verwendet zu sehen: „Zu meinem Erstaunen habe ich zahlreiche Verwendungen meines Namens und meines Rufs im Internet und in anderen Medien festgestellt, die eine Billigung des Shaklee-Produkts Vivix durch mich implizieren.“
Sinclair gab an, rechtliche Schritte unternommen zu haben: „Ich habe Anwälte beauftragt, sich mit dieser Angelegenheit zu befassen, und verlangt, dass Shaklee die Verwendung meines Namens einstellt.“
Mit anderen Worten: Der Forscher, der einst auf einer Shaklee-Konferenz auf der Bühne stand und warmherzig über die „Shaklee-Familie“ sprach, versuchte nun aktiv, sich vom Unternehmen zu distanzieren und dessen Verwendung seines Namens zu stoppen. Der Wechsel von der Billigung hin zu rechtlichen Schritten geschah schnell und wurde durch eine investigative Frage eines Reporters ausgelöst.
Shaclees Antwort: Ein Konflikt der Narrative
Shaklee sah die Situation seinerseits völlig anders. Das Unternehmen gab seine eigene Erklärung zur Auseinandersetzung heraus:
"Jede implizite Produktbilligung stammte aus den eigenen Worten von Dr. Sinclair, und jede Verwendung seines Namens durch Shaklee – ob in gedruckter Form oder im Video – wurde von ihm im Einklang mit unserer Vereinbarung vorab genehmigt."
Die beiden Darstellungen sind schwer miteinander zu vereinbaren. Sinclair sagt, sein Name und sein Ruf seien verwendet worden, um Billigungen zu implizieren, die er nie gegeben hat. Shaklee sagt, alles sei von Sinclair gemäß ihrer Vereinbarung vorab genehmigt worden. Beide können in der trügerischen Welt von Billigungsvereinbarungen technisch gesehen wahr sein: Eine Person kann bestimmte Verwendungen ihres Namens genehmigen, erst später jedoch feststellen, dass die kumulative Wirkung dieser Verwendungen einen Eindruck erweckt, mit dem sie sich unwohl fühlt.
Eines ist klar: Das Verhältnis zwischen einem Nahrungsergänzungsmittelhersteller und einem wissenschaftlichen Berater kann komplex sein, und die Grenzen zwischen legitimer Zusammenarbeit und problematischer Empfehlung sind nicht immer offensichtlich – selbst für die Beteiligten. Für Verbraucher bedeutet dies, dass das Vorhandensein des Namens eines Wissenschaftlers auf einem Produkt nicht als Garantie für dessen wissenschaftliche Validität missverstanden werden darf.
Klinische Implikationen: Was Patienten wissen sollten
Diese Geschichte enthält mehrere wichtige Lehren für Patienten und Verbraucher, die Nahrungsergänzungsmittel in Betracht ziehen.
Erstens entspricht ein wissenschaftlicher Titel nicht einer wissenschaftlichen Empfehlung. Eine Zugehörigkeit zu den Harvard-Universitäten ist beeindruckend, aber das Vorhandensein des Namens eines Forschers im Beratergremium eines Produkts bedeutet nicht, dass die Wirksamkeit des Produkts nachgewiesen wurde. Bezahlte Beraterrollen sind in der Nahrungsergänzungsmittelindustrie weit verbreitet und dienen oft eher der Glaubwürdigkeit als einer rigorosen wissenschaftlichen Aufsicht.
Zweitens sollten Anti-Aging-Ansprüche skeptisch betrachtet werden. Die Hauptbehauptung hinter Vivix – dass es das Altern „verlangsamen“ kann – ist eine dramatische. Zum Zeitpunkt dieses Berichts wurde kein Nahrungsergänzungsmittel in kontrollierten klinischen Studien als wirksam zur Verlangsamung des menschlichen Alterns nachgewiesen. Resveratrol ist eine interessante Verbindung mit vielversprechenden Laborexperimenten, aber interessante Laborexperimente sind nicht dasselbe wie ein nachgewiesener klinischer Nutzen.
Drittens spielen finanzielle Interessen in der Wissenschaft eine Rolle. Sinclair erhielt 8 Millionen US-Dollar aus dem Verkauf von Sirtris, einem Unternehmen, das mit resveratrolbasierten Arzneimitteln verbunden ist. Finanzielle Interessen machen die Arbeit eines Forschers nicht automatisch ungültig, sie schaffen jedoch Interessenkonflikte, die offengelegt und berücksichtigt werden sollten. Patienten sollten nach Offenlegungserklärungen suchen und sorgfältig prüfen, ob ein Forscher ein finanzielles Interesse am beworbenen Produkt oder Ansatz hat.
Viertens kann das Marketing von Nahrungsergänzungsmitteln die Grenze zwischen Information und Verkauf verwischen. Die Sprache, die Sinclair auf der Shaklee-Konferenz verwendete – Verkäufer wurden aufgefordert, die „Vorteile“ des Produkts „in unserer Lebenszeit“ zu teilen –, klingt sehr ähnlich zur Sprache, die verwendet wird, um das Produkt an Verbraucher zu verkaufen. Wenn sich wissenschaftliche Präsentation und Verkaufsargumentation nicht mehr unterscheiden lassen, müssen Patienten besonders vorsichtig sein.
Einschränkungen dieses Berichts
Dieser Artikel basiert auf einem Nachrichtenbericht der Wall Street Journal vom 26. Dezember 2008 und weist inhärente Einschränkungen auf, die anerkannt werden sollten.
Der ursprüngliche Beitrag war ein einzelner Nachrichtenartikel, keine systematische Untersuchung oder peer-reviewte Studie. Er erfasst einen Schnappschuss der Ereignisse zu einem bestimmten Zeitpunkt. Die vollständigen Details der Vereinbarung zwischen Sinclair und Shaklee wurden nicht öffentlich gemacht, und der Streit zwischen dem Forscher und dem Unternehmen war zum Zeitpunkt der Veröffentlichung eine anhängige rechtliche Angelegenheit.
Darüber hinaus bewertet dieser Artikel nicht, ob Vivix sicher, wirksam oder schädlich ist. Er überprüft auch nicht die breitere wissenschaftliche Literatur über Resveratrol oder Altern. Der Zweck besteht darin, die durch die WSJ-Ermittlung aufgedeckten Dynamiken der Interessenkonflikte zu untersuchen, nicht um Schlussfolgerungen über das Produkt selbst zu ziehen.
Leser sollten auch beachten, dass die beschriebenen Ereignisse im Jahr 2008 stattfanden. Das wissenschaftliche Verständnis von Resveratrol und Altern hat sich seitdem weiterentwickelt, und Sinclairs spätere Karriere ist weiterhin im Fluss. Dieser Artikel sollte als historischer Schnappschuss eines wichtigen Moments an der Schnittstelle von Wissenschaft und Nahrungsergänzungsmittel-Marketing verstanden werden.
Empfehlungen für Patienten
Wenn Sie Nahrungsergänzungsmittel in Betracht ziehen – insbesondere solche mit kühnen Anti-Aging-Ansprüchen –, beachten Sie hier praktische Schritte:
- Suchen Sie nach Beweisen, nicht nach Empfehlungen. Ein Produkt sollte anhand der Qualität klinischer Studien bewertet werden, nicht aufgrund des Ruhms oder des akademischen Status der damit verbundenen Personen.
- Prüfen Sie auf unabhängige Forschung. Suchen Sie nach Studien, die von unabhängigen Forschern durchgeführt wurden, nicht vom Unternehmen, das das Produkt herstellt, oder von Forschern mit finanziellen Verbindungen dazu.
- Fragen Sie nach Interessenkonflikten. Wenn ein Forscher, Arzt oder Prominenter ein Nahrungsergänzungsmittel bewirbt, fragen Sie nach der finanziellen Beziehung zum Unternehmen. Diese Informationen werden nicht immer von sich aus offengelegt.
- Seien Sie vorsichtig bei dramatischen Ansprüchen. Phrasen wie „das beste Anti-Aging-Nahrungsergänzungsmittel der Welt“ sind Marketing-Sprache, keine wissenschaftlichen Schlussfolgerungen. Wenn etwas im Gesundheitsbereich zu gut klingt, um wahr zu sein, ist es das oft auch.
- Sprechen Sie mit Ihrem Arzt. Besprechen Sie vor der Einnahme jeglicher Nahrungsergänzungsmittel diese mit Ihrem Arzt oder Apotheker. Er kann Ihnen helfen, potenzielle Vorteile, Risiken und Wechselwirkungen mit Ihren Medikamenten abzuwägen.
- Verstehen Sie, was „Beratergremium“ bedeutet. Die Mitgliedschaft in einem wissenschaftlichen Beratergremium ist oft eine bezahlte Beratungsrolle. Dies bedeutet nicht, dass der Berater jeden Anspruch des Unternehmens persönlich überprüft hat.
Die Kernaussage ist einfach: Wenn Sie ein Nahrungsergänzungsmittel kaufen, stellen Sie sicher, dass Sie wissen, was Sie kaufen, wer davon profitiert und was die Wissenschaft tatsächlich zeigt. Ein berühmter Name in der Wissenschaft kann einem Produkt Glaubwürdigkeit verleihen, aber er kann Beweise nicht ersetzen.
Häufig gestellte Fragen
Was ist Vivix und wer stellt es her?
Vivix ist ein Nahrungsergänzungsmittel der Firma Shaklee, die seit Jahrzehnten Nährstoffprodukte vertreibt. Es handelt sich um eine Traumgeschmack-Flüssigkeit, deren Hauptbestandteil Resveratrol ist, eine natürliche Verbindung, die in Trauben und Rotwein vorkommt. Shaklee vermarktete es als Anti-Aging-Ergänzungsmittel mit der Behauptung, es könne den Alterungsprozess verlangsamen.
Hat der Harvard-Forscher David Sinclair Vivix empfohlen?
Sinclair war als bezahltes Mitglied des wissenschaftlichen Beirats für Shaklee tätig. Auf einer Vertriebskonferenz im Jahr 2008 sprach er begeistert über das Produkt, trat jedoch später zurück und erklärte, sein Name sei verwendet worden, um eine Empfehlung zu suggerieren, was seiner Vereinbarung widersprach. Shaklee behauptete, jede Verwendung sei vorher genehmigt worden. Der Streitfall zeigt, dass eine Assoziation nicht zwangsläufig eine wissenschaftliche Empfehlung bedeutet.
Was bedeutet es, wenn ein Wissenschaftler im Beirat eines Nahrungsergänzungsmittel-Unternehmens sitzt?
Eine Rolle im wissenschaftlichen Beirat ist oft eine bezahlte Beraterposition. Sie bedeutet nicht, dass der Berater jeden Anspruch des Unternehmens persönlich überprüft hat. In diesem Fall wurde der Forscher bezahlt, und sein wissenschaftlicher Ruf wurde Teil des Marketings des Produkts. Dies kann Interessenkonflikte schaffen, die Patienten berücksichtigen sollten.
Sollte ich vor der Einnahme eines Anti-Aging-Toniks wie Vivix, das von einem Harvard-Forscher beworben wird, eine zweite Meinung einholen?
Vor dem Kauf eines Anti-Aging-Ergänzungsmittels wie Vivix kann eine zweite Meinung hilfreich sein, wenn das Produkt dramatische Versprechungen macht oder sich auf den Ruf eines Forschers stützt. Eine bezahlte Rolle im wissenschaftlichen Beirat bedeutet nicht, dass das Produkt klinisch validiert wurde. Resveratrol hat vielversprechende Laborergebnisse vorzuweisen, aber kein Ergänzungsmittel wurde in kontrollierten Humanstudien als alterungsverzögernd nachgewiesen. Finanzielle Verbindungen sind wichtig: Forscher können aus Nahrungsergänzungsmitteln profitieren, die sie untersuchen, was Interessenkonflikte schafft, die offengelegt werden sollten. Eine zweite Meinung kann klären, ob die Wissenschaft das Marketing unterstützt und ob das Ergänzungsmittel notwendig ist oder eine unnötige Ausgabe darstellt. Diagnostic Detectives Network bietet unabhängige Experten-Zweitmeinungen an.
Quelleninformationen
Dieser patientenfreundliche Artikel basiert auf der folgenden fachgeprüften und journalistischen Quelle:
- Original title: "Harvard Researcher Tied to Shaklee 'Anti-Aging Tonic' Vivix"
- Author: Jacob Goldstein
- Publication: The Wall Street Journal (Health Blog)
- Date: December 26, 2008
- URL: https://www.wsj.com/articles/BL-HEB-3860
Dieser patientenfreundliche Artikel basiert auf journalistischen Berichten einer seriösen Nachrichtenquelle. Der Originalbericht enthält Videoaufnahmen von Dr. Sinclairs Äußerungen auf der Shaklee-Konferenz sowie Statements von David Sinclair und Shaklee. Leser, die weitere Informationen über Resveratrol, Alterungsforschung oder die Regulierung von Nahrungsergänzungsmitteln suchen, sollten aktuelle wissenschaftliche Literatur konsultieren und mit ihren Gesundheitsdienstleistern sprechen.